Warum DPMM® für KMU eine starke Alternative zu PRINCE2® im Projektmanagement ist
Projektmanagement ist heute mehr denn je ein zentraler Erfolgsfaktor für Unternehmen. Während etablierte Standards wie PRINCE2® weiterhin weit verbreitet sind, gewinnen agile und schlankere Ansätze wie die Dynamic Project Management Method® (DPMM®) insbesondere im KMU-Umfeld zunehmend an Bedeutung.
Doch worin unterscheiden sich die beiden Methoden tatsächlich? Und welche eignet sich besser für kleine und mittlere Unternehmen?
Gemeinsamkeiten: Struktur, Klarheit und Professionalität
Sowohl PRINCE2® als auch DPMM® verfolgen das Ziel, Projekte strukturiert, transparent und kontrollierbar umzusetzen. Beide Methoden bieten:
- klare Rollen und Verantwortlichkeiten
- definierte Projektphasen mit Entscheidungspunkten
- strukturierte Planung und Steuerung
- nachvollziehbare Governance-Mechanismen
- einen klaren Bezug zum Business Case
- Zertifizierungsmodelle für Projektleitende
Kurz gesagt: Beide Ansätze professionalisieren Projektarbeit und schaffen eine gemeinsame Sprache im Unternehmen.
Unterschiede: Führungslogik, Pragmatismus und Teamautonomie
Die Unterschiede zwischen DPMM® und PRINCE2® liegen weniger in den Grundlagen des Projektmanagements als vielmehr in der Art der Anwendung und der zugrunde liegenden Führungslogik.
- PRINCE2® orientiert sich stärker an einer klassischen, klar geführten Projektsteuerung. Die Methode gibt Projektverantwortlichen eine klare Struktur, viele definierte Leitplanken und eine Art methodische Checkliste an die Hand. Das ist besonders dann hilfreich, wenn im Projekt ein hohes Maß an Führung, Orientierung und formaler Steuerung gewünscht ist.
- DPMM® ergänzt die strukturierte Projektarbeit konsequent um agile Denk- und Arbeitsweisen. Dadurch entsteht ein Rahmen, der Orientierung gibt, ohne den Teams unnötig viele operative Entscheidungen abzunehmen. Teams können innerhalb klarer Vorgaben selbst entscheiden, wie sie ihre Ziele am besten erreichen.
Warum DPMM® für KMU besonders interessant ist
Kleine und mittlere Unternehmen benötigen Projektmanagement, das professionell ist, sich aber zugleich effizient in den Arbeitsalltag integrieren lässt. Genau hier spielt DPMM® seine Stärken aus:
- die Methode ist schlank und pragmatisch aufgebaut
- agile Arbeitsweisen lassen sich leicht integrieren
- Teams übernehmen mehr Verantwortung für die Umsetzung
- Entscheidungswege bleiben kurz und praktikabel
- der administrative Aufwand ist im Verhältnis zum Projektnutzen gering
Damit passt DPMM® besonders gut zu mittelständischen Strukturen, in denen Mitarbeitende mehrere Rollen gleichzeitig wahrnehmen und Projektmanagement schnell wirksam sein muss.
Führung versus Selbstorganisation
Der vielleicht wichtigste Unterschied liegt darin, wie stark Projekte methodisch geführt werden sollen.
- PRINCE2® wird häufig gewählt, wenn mehr Führung und klare Vorgaben im Projekt erforderlich sind.
- DPMM® setzt stärker auf Selbstorganisation: Teams erhalten einen klaren Rahmen, können innerhalb dessen aber eigenständig Entscheidungen treffen und sich auf die Wertschöpfung konzentrieren.
Gerade in dynamischen Umfeldern und in KMU, in denen Schnelligkeit, Eigenverantwortung und Anpassungsfähigkeit wichtig sind, kann das ein entscheidender Vorteil sein.
Kosten und Qualifizierung
Auch wirtschaftlich ist die Wahl der Methode relevant. International etablierte Standards wie PRINCE2® bieten hohe Bekanntheit und Anerkennung, was sich auch in der Preisstruktur der Zertifizierungsangebote widerspiegelt.
DPMM®‑Zertifizierungen werden über die international anerkannte Zertifizierungsorganisation EXIN angeboten und sind ebenfalls professionell aufgebaut. Die Prüfungsgebühren für DPMM® sind tendenziell niedriger als bei PRINCE2®, was gerade für KMU eine attraktive Option sein kann.
Damit kann DPMM® insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen interessant sein, die eine methodische Qualifizierung suchen, die schnell im Alltag anwendbar ist, praxisnah bleibt und mit einem überschaubaren Aufwand verbunden ist.
Fazit: Zwei starke Ansätze mit unterschiedlichem Schwerpunkt
PRINCE2® und DPMM® sind beide professionelle Projektmanagementmethoden mit klarer Struktur, Governance und Business-Case-Orientierung.
- PRINCE2® ist besonders stark, wenn Projekte mehr Führung, klare Leitplanken und eine methodische Checkliste erfordern.
- DPMM® ist besonders interessant, wenn Unternehmen strukturierte Projektarbeit mit agilen Prinzipien, schlanken Abläufen und mehr Eigenverantwortung verbinden möchten.
Für viele KMU ist DPMM® deshalb eine starke Alternative: nicht weil PRINCE2® ungeeignet wäre, sondern weil DPMM® in mittelständischen Strukturen häufig leichter anschlussfähig, pragmatischer und ressourcenschonender umgesetzt werden kann.
